Intuition bedeutet für mich Bauchgefühl. Etwas Echtes, noch nicht manipuliert von meinen Gedanken. Es ist dieser Kern in mir. Das Reine, Sanfte und Liebevolle, das niemandem etwas zuleide tun möchte – auch mir selbst nicht.
Und genau diese Fragen stellen sich viele:
Wie bekomme ich Zugang zu meiner Intuition? Wo finde ich sie überhaupt? Und woher weiß ich, dass es wirklich meine Intuition ist?
Ich glaube, das geht nur durch achtsames Beobachten und wertschätzen der eigenen Gefühle. Durch das Wahrnehmen der eigenen Reaktionen im Körper und der Gefühle, die aufkommen.
Es geht darum, von Mal zu Mal ein kleines bisschen früher an sich selbst heranzufühlen. Diesen winzigen Moment zu erwischen, bevor die Gedanken wieder irgendein Schlupfloch finden und sich dazwischenmogeln. 😄
Wir üben das in den Kursen ganz einfach:
1. Spür mal zurück: Was war eigentlich zuerst da?
Bei der Farbwahl zum Beispiel.
Welche Farbe kam dir als Erstes in den Sinn? Was war deine erste Idee? Dieser kleine Funke, der ganz kurz aufgeblitzt ist – bevor sich dein Kopf wieder einmischt und dir erzählt, dass das Bild dann aber wirklich nicht mehr zur Deko in deinem Wohnzimmer passt. 😄
Genau diesen winzigen Moment meine ich.
Manchmal ist er so schnell vorbei, dass wir ihn kaum bemerken.
Und von Mal zu Mal versuchen wir, ihn ein bisschen früher zu erwischen.
2. Vertrauen!
Vertraue diesem Gefühl. Diesem Geistesblitz. Dem Funken.
Denn der kommt von innen.
Und jetzt kommt eigentlich schon die nächste Herausforderung: Nimm ihn ernst.
Nicht gleich wieder zerdenken. Nicht prüfen, ob er vernünftig ist. Nicht schauen, ob jemand anderes das genauso machen würde.
Du nimmst ihn einfach erst einmal an.
Die Aufgabe dieses zweiten Schrittes ist das Vertrauen in etwas Wahres in dir.
Und ja, das darf man üben. 😄
3. Denk nur einen Schritt. Nicht gleich das ganze Bild zu Ende.
Das ist nämlich ziemlich verlockend.
Kaum ist die erste Farbe gewählt, spielen wir im Kopf schon das fertige Bild durch.
Was soll dabei rauskommen? Wie soll es aussehen? Und wird es wenigstens ungefähr so schön, wie ich es mir gerade vorstelle?
Hallo Kontrolle. Da bist du ja wieder. 😄
Und nein – das ist nicht deine Intuition.
Das ist oft das, was du schon immer getan hast. Vielleicht, weil du Sätzen gefolgt bist wie:
Überleg dir das genau!
Spiel das erst einmal theoretisch durch. Ob das überhaupt was werden kann.
Das klappt nicht. Ich hab’s probiert und es ging schief.
Das ist nichts für dich. Du bist nicht praktisch veranlagt.
Das liegt in unserer Familie. Wir sind eben keine …
Und das war nur ein kleiner Ausschnitt an Sätzen.
Das ist nicht Intuition. Das ist Kontrolle.
Und Kontrolle entspringt oft der Angst und der Unsicherheit.
Es kann sein, dass du nie etwas Neues beginnst, weil es schiefgehen könnte.
Es kann sein, dass du heute noch genauso lebst wie vor 20 Jahren, weil du irgendwann angefangen hast zu glauben, dass du nur wenig bist und nicht viel kannst.
Es kann sein, dass du dir Dinge verbietest, ohne sie jemals ausprobiert zu haben.
Das ist nicht Intuition. Nicht Vertrauen. Und auch nicht Selbstliebe.
Beim Intuitiven Malen übst du mit diesen ersten drei Schritten etwas, das weit über dein Bild hinausgehen kann.
Du hörst dir wieder ein bisschen früher zu.
Du vertraust diesem kleinen Funken in dir.
Und du musst noch nicht wissen, wie das fertige Bild aussieht.
Nur den nächsten Schritt. Du bist dabei im Hier & Jetzt - wie bei Übungen zur ACHTSAMKEIT.
Vielleicht ist genau das die liebevollste Art, mit dir selbst und dem Leben umzugehen.